Zum Inhalt
Ohcejohka · Tenotal
Menü
Die Kirchhütten von Utsjoki am Ufer des Mantojärvi im Herbst
Heimatgebiet der Samen

Samische Kultur in Utsjoki – wie Sie ihr respektvoll begegnen

Utsjoki ist die einzige Gemeinde Finnlands, in der die Samen die Mehrheit stellen. Das macht eine Reise hierher anders als anderswo in Lappland – und verpflichtet die Reisenden. Diese Seite stützt sich auf die eigenen Hinweise des Samischen Parlaments, nicht auf Tourismusprospekte.

Geprüft am 20.10.2026Redaktion utsjoki.info

Die Samen sind das einzige indigene Volk der Europäischen Union, und Utsjoki (Ohcejohka) ist ein zentraler Teil ihres Heimatgebiets in Finnland. 2019 waren 54,6 Prozent der Einwohner der Gemeinde Samen, und 2025 war Nordsamisch für 41,4 Prozent die Muttersprache. Samische Sprache, Rentierhaltung, Fischerei am Teno und das Land der Familien gehören hier zum Alltag – sie sind keine Vorführung.

In Utsjoki begegnen Reisende der samischen Kultur zwangsläufig: in Ortsnamen, an der Ladenkasse, am Flussufer und im Fjell. Eine gute Begegnung ist einfacher, als viele denken. Sie verlangt vor allem das, was bei jedem Besuch in der Heimat anderer Menschen selbstverständlich ist: Interesse, Höflichkeit und die Einsicht, dass nicht alles für Reisende da ist.

Die Grundsätze des Samischen Parlaments

Das Samische Parlament (Saamelaiskäräjät, nordsamisch Sámediggi), das oberste Organ der samischen Selbstverwaltung in Finnland, verabschiedete am 24.9.2018 Grundsätze für einen verantwortungsvollen und ethisch nachhaltigen samischen Tourismus. Ausgangspunkt ist, dass die samische Kultur gemeinsam mit den Samen und zu ihren Bedingungen dargestellt wird. Ziel der Grundsätze ist es, Tourismus zu beenden, der die samische Identität ohne Erlaubnis ausnutzt, und falsche Informationen über die Samen zu beseitigen.

Für Reisende zeigt sich das in der Praxis auf zwei Arten. Erstens stellen manche Tourismusangebote in Lappland „samische Traditionen“ dar, die es nicht gibt, oder lassen Menschen samische Tracht tragen, die dazu kein Recht haben. Zweitens erzählen echte samische Anbieter selbst von ihrer Kultur – und es lohnt sich, gezielt nach ihnen zu suchen.

Hinweise des Samischen Parlaments für Reisende

Die Hinweise des Samischen Parlaments für Reisende enthalten einige Punkte, die Sie vor der Reise nach Utsjoki kennen sollten:

Zusammenfassung der Hinweise des Samischen Parlaments für Reisende (matkailu.samediggi.fi), geprüft 10/2026.
HinweisWas er in der Praxis bedeutet
Erschrecken Sie keine RentiereRentiere zu erschrecken ist nach dem Rentierhaltungsgesetz verboten; fahren Sie auf der Straße langsamer und verfolgen Sie sie nicht für ein Foto
Haus und Hof nur auf Einladungauch Rentierzäune und Scheideplätze sind privat
Die samische Tracht gehört den SamenPrivatpersonen ziehen für Reisende keine samische Tracht an; die Gákti ist an samische Herkunft gebunden
Kaufen Sie echtes samisches Handwerkfragen Sie, wer das Stück gemacht hat; Imitate und Souvenirs im angeblichen „Lappland-Stil“ sind kein samisches Handwerk
Vorsicht vor erfundenen Traditionenangebliche „schamanische Rituale“, „Lappland-Taufen“ und Ähnliches gehören nicht zur samischen Kultur
Die Wildnis ist nicht leerdie Fjelle sind bewohntes und genutztes Land: Weiden, Fischplätze und Gebiete der Familien

Die Tourismusseiten der Gemeinde erinnern außerdem daran, dass jedes Rentier jemandem gehört, und bitten Sie, um Erlaubnis zu fragen, bevor Sie Menschen fotografieren.

Wörter und Namen

Die richtige Bezeichnung lautet Samen (Einzahl Same oder Samin), das Adjektiv samisch. Das alte finnische Wort „lappalainen“ und seine deutsche Entsprechung sind in diesem Sinn veraltet und für viele verletzend, und sie bedeuten nicht dasselbe: In Lappland leben auch viele Menschen, die keine Samen sind.

In Utsjoki sind Ortsnamen oft zweisprachig. Dieser Reiseführer verwendet den finnischen Namen und daneben den nordsamischen:

Ortsnamen nach Explore Utsjoki und Wikipedia.
FinnischNordsamisch
UtsjokiOhcejohka
Utsjoen kirkonkylä (Kirchdorf Utsjoki)Ohcejoga girkosiida
NuorgamNjuorggán
KarigasniemiGáregasnjárga
Tenojoki (Teno)Deatnu
KevoGeavu
Saamen silta (Samenbrücke)Sámi šaldi
MantojärviMáttajávri
AlaköngäsVuollegeavŋŋis
AkujokiÁhkojohka

Ein paar Wörter Nordsamisch helfen: buorre beaivi heißt guten Tag, giitu danke. Sie müssen sie nicht verwenden, aber kaum jemand nimmt den Versuch übel.

Wo Sie die samische Kultur kennenlernen

Am besten beginnen Sie bei den eigenen Institutionen der Samen. Sie liegen nicht in Utsjoki, sondern auf dem Weg in Inari und auf norwegischer Seite in Karasjok:

  • Samisches Museum und Naturzentrum Siida, Inari. Das nationale Fachmuseum für samische Kultur. Geöffnet vom 5.10.2026 bis 31.5.2027 montags bis samstags von 10 bis 17 Uhr, Eintritt für Erwachsene 18 Euro. Mehr zu Inari auf der Seite zum Zwischenhalt.
  • Samisches Kulturzentrum Sajos, Inari. 2012 am Ufer des Juutuanjoki eröffnet; Zentrum der samischen Verwaltung und Kultur.
  • Karasjok, Norwegen. Samisches Museum, samisches Künstlerzentrum und Kulturpark Sápmi, 18 Kilometer von Karigasniemi entfernt. Seite Ausflüge nach Norwegen.
Rauchsauna im Freilichtmuseum des Siida in Inari. Das Siida ist das nationale Fachmuseum für samische Kultur.
Rauchsauna im Freilichtmuseum des Siida in Inari. Das Siida ist das nationale Fachmuseum für samische Kultur.

In Utsjoki sind samische Unternehmer auch im Tourismus tätig. So beschreibt sich etwa das Feriendorf Valle (Lomakylä Valle) nahe dem Kirchdorf als samisches Familienunternehmen, in dessen Restaurant traditionelle samische Zubereitungsweisen verwendet werden. Wenn Sie Angebote auswählen, können Sie den Anbieter direkt fragen, wer das Programm gestaltet und wessen Geschichte darin erzählt wird.

Was dieser Reiseführer nicht tut

Diese Website verwendet keine samischen Muster, keine samische Tracht und keine Zaubertrommeln als Dekoration, veröffentlicht keine Bilder erkennbarer Samen ohne deren Erlaubnis und empfiehlt keine „samischen Erlebnisse“, bei denen der Veranstalter nicht gesichert ist. Die Ausflugsempfehlungen betreffen Natur, Polarlichter und Landschaften; bei ihnen werden Startort und Angaben zum Veranstalter genannt, soweit sie überprüft sind.

Kurz gefasst: eine Merkliste

  • Sprechen Sie von Samen, nicht von „lappalainen“ und seinen Übersetzungen.
  • Halten Sie Abstand zu Rentieren und fahren Sie auf der Straße langsamer.
  • Fragen Sie, bevor Sie Menschen fotografieren oder einen Hof betreten.
  • Gehen Sie auf den Áilegas-Fjellen und an der Quelle von Sulaoja leise, und entzünden Sie auf dem Gipfel kein Feuer. Die Áilegas-Fjelle.
  • Kaufen Sie Handarbeiten direkt beim Hersteller oder in einem vertrauenswürdigen Geschäft.
  • Denken Sie daran, dass Fjelle und Fluss der Arbeitsplatz von Menschen sind.

In der Nähe und auf dem Weg

Bilder auf dieser Seite

Alle Bilder und Lizenzen