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Kirchhütten aus Rundholz in einer Reihe nahe der Kirche von Utsjoki
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Kirchhütten und Kirche von Utsjoki

Am Ufer des Mantojärvi, etwa fünf Kilometer südlich des Kirchdorfs, liegt das älteste bebaute Ensemble von Utsjoki: eine Steinkirche, ein Pfarrhaus und vierzehn Kirchhütten aus Rundholz, die ältesten aus dem 18. Jahrhundert.

Geprüft am 20.10.2026Redaktion utsjoki.info

Die Kirchhütten (finnisch kirkkotuvat) erzählen von einer Zeit, als es in Utsjoki keine Straßen gab und die Menschen Hunderte Kilometer weit zur Kirche reisten. Laut den Tourismusseiten der Gemeinde Utsjoki war das Hüttengelände über Jahrhunderte ein internationaler Treff- und Handelsplatz und noch in den 1930er-Jahren einer der wichtigsten Orte in Utsjoki. Heute ist die Hüttenreihe restauriert und geschützt, und das Gelände ist ein ganzjährig zugängliches Freilichtmuseum.

Wie die Hütten genutzt wurden

Gebaut und besessen wurden die Hütten von einzelnen samischen Familien oder Haushalten. Ausnahmen waren die Gerichtshütte und die Vogtshütte. Die Familien kamen zu den großen Kirchenfesten – Weihnachten, Mariä Verkündigung, Ostern, Pfingsten, Mittsommer und Michaelis – und blieben meist mindestens zwei Nächte, oft länger. Zur Kirchreise gehörten neben dem Gottesdienst der Handel, Besuche bei Verwandten und Freunden und Andachten in den Häusern.

In eine kleine Hütte passten bis zu fünfzehn Menschen, in die Gerichtshütte etwa zwanzig. Vor den Kriegen gab es wenig Bargeld, gehandelt wurde daher meist im Tausch: Handarbeiten, Fleisch, Fisch, Schuhheu (getrocknetes Riedgras als Einlage für Fellschuhe) und Wild gegen Bedarfsgüter. In den besten Zeiten gab es auf dem Gelände zwei Läden. Im Winter kam man mit Rentieren, Pferd, zu Fuß und auf Skiern zur Kirche, im Sommer rudernd und staksend.

Früher gab es etwa zwanzig Hütten; einige wurden andernorts aufgestellt, andere zerfielen oder wurden abgerissen. Genutzt wurden die Hütten bis Mitte der 1940er-Jahre, kirchliche Veranstaltungen wie die Konfirmandenfreizeiten fanden hier noch bis Anfang der 1970er-Jahre statt.

Kirchen und Pfarrhaus

Am Westufer des Mantojärvi standen mehrere Kirchen. Die Kirche der heiligen Ulrika wurde im 18. Jahrhundert gebaut und war bis in die 1850er-Jahre in Gebrauch. Ihre Sakristei aus dem 18. Jahrhundert ist am Rand des alten Friedhofs noch zu sehen. Die heutige Steinkirche wurde aus grauem Granit gebaut, der an der nahen Felswand Kirkkopahta gebrochen wurde. Das Pfarrhaus wurde 1843 nach Plänen von C. L. Engel fertiggestellt: ein eingeschossiges Gebäude im Empirestil mit rot gestrichenen Nebengebäuden.

Was es auf dem Gelände gibt

Nach Angaben von Explore Utsjoki und der finnischen Wikipedia (geprüft 10/2026).
ZielAngaben
Kirchhütten14 restaurierte Hütten, die ältesten aus dem 18. Jahrhundert
Kirche von Utsjokigraue Steinkirche, erbaut 1850–1853, Architekt Ernst Lohrmann
Pfarrhausentworfen von C. L. Engel, von 1843
Ulriikan polku (Ulrika-Pfad)2,3 km, Infotafeln bei den Hütten
AdresseUtsjoentie 545, etwa 5 km südlich des Kirchdorfs an der Hauptstraße 4
ÖffnungFreilichtmuseum ganzjährig zugänglich, Führungen im Sommer

Als Baujahr der Kirche nennen die Quellen 1853, auf der Tourismusseite der Gemeinde erscheint allerdings auch 1854. Der Bau begann 1850.

Schutz und Pflege

Das finnische Denkmalamt (Museovirasto) restaurierte die Kirchhütten, und der Staatsrat stellte sie 1995 als Beispiel samischer Siedlungs- und Bautradition unter Schutz. Zu den vom Denkmalamt geschützten Objekten gehören die Kirche, das Pfarrhaus mit seinem Hof, die Kirchhütten, die Ulrika-Sakristei mit dem Friedhof sowie der Marktplatz. Das Gelände zählt zu den national bedeutsamen gebauten Kulturlandschaften Finnlands. Seit 2004 kümmert sich der Kirchhüttenverein Utsjoki um das Gelände, gegründet von mehreren Familien, der Gemeinde und der Kirchengemeinde. Der Verein bittet Besucher um eine freiwillige Spende für die Instandhaltung.

Die graue Steinkirche von Utsjoki wurde in den 1850er-Jahren fertiggestellt.
Die graue Steinkirche von Utsjoki wurde in den 1850er-Jahren fertiggestellt.

Anfahrt zu den Kirchhütten

Die Kirchhütten liegen an der Hauptstraße 4, Adresse Utsjoentie 545. Der untere Parkplatz der Kirche liegt etwa fünf Kilometer vom Kirchdorf entfernt in Richtung Inari. Die Hütten stehen auf beiden Seiten der Straße; die Gemeinde weist darauf hin, dass Sie beim Überqueren der Straße aufpassen müssen, weil die Sicht stellenweise schlecht ist. Parken Sie nur auf den markierten Plätzen. Der Endpunkt des Kevo-Wanderwegs am Kenesjärvi liegt weiter südlich an derselben Straße, die Kirchhütten eignen sich daher als Halt auf dem Rückweg vom Kevo. Mit dem Linienbus erreichen Sie die Kirchhütten an der Hauptstraße.

Der Ulrika-Pfad

Der vom Kirchhüttenverein angelegte Ulriikan polku (Ulrika-Pfad) ist 2,3 Kilometer lang und mit farbigen Pfosten markiert. Er beginnt bei den Kirchhütten, führt an der alten Sakristei vorbei zum alten Marktplatz und über den alten Friedhof zurück zur Kirche; vom Marktplatz aus können Sie eine kürzere Variante wählen oder den heutigen Friedhof umrunden. Infotafeln stehen neben den Kirchhütten und am unteren Parkplatz der Kirche.

Von der Kirche können Sie auf dem alten Postpfad weiter zur Felswand Kirkkopahta gehen. Seien Sie dort vorsichtig: Laut Gemeinde gibt es an der Felswand steile Höhenunterschiede und einen senkrechten Abbruch. Von der Kirche zum heutigen Friedhof führt ein barrierefreier Weg.

Verhalten vor Ort

Die Kirchhütten sind ein Museumsgelände, die Kirche wird aber weiterhin von der Gemeinde genutzt. In der Kirche finden Veranstaltungen statt, zu denen ein Teil der Besucher in samischer Tracht kommt. Die Anweisung der Gemeinde ist eindeutig: Fotografieren Sie niemanden ohne Erlaubnis. Bewegen Sie sich ruhig auf dem Gelände, betreten Sie die Hütten nicht, wenn sie verschlossen sind, und berühren Sie die Rundholzwände nicht: Die ältesten Hütten stammen aus dem 18. Jahrhundert.

Geführter Rundgang

Im Sommer führen Guides die Besucher auch in einige Hütten hinein, und zwischen den Hütten werden Waffeln zugunsten der Missionsarbeit der Kirchengemeinde verkauft. In der Sommersaison verkauft der Laden Šiella des örtlichen Handwerksvereins Handarbeiten. Nach den Zeiten der Führungen fragen Sie am besten in der Touristeninformation im Dorfhaus Giisá (Utsjoentie 9, Tel. +358 40 822 8889). Außerdem gibt es bei GetYourGuide einen geführten Dorfrundgang ab dem Kirchdorf, der sich der Ortsgeschichte widmet.

Mit anderen Zielen verbinden

Die Kirchhütten liegen nahe bei den übrigen Zielen im Kirchdorf. Am selben Tag schaffen Sie gut den Áilegas von Utsjoki (Pfad 1,4 km) und die Samenbrücke. Wenn Sie die Tenontie fahren, beschreibt die Seite zur Tenostraße, was es unterwegs gibt. Service und Unterkünfte im Kirchdorf finden Sie auf der Seite zum Kirchdorf.

Kirchhütten am Ufer des Mantojärvi. Die ältesten Hütten stammen aus dem 18. Jahrhundert.
Kirchhütten am Ufer des Mantojärvi. Die ältesten Hütten stammen aus dem 18. Jahrhundert.

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